Hintergrund des MEKKA-Projekts

Das seit 2007 in der Nordrhein-Westfälischen Region „Ruhrgebiet“ und seit 2008 auch in Hamburg angesiedelte Kooperationsprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ hat zum Ziel, langfristig jedem Grundschulkind Instrumentalunterricht zu ermöglichen. Mit dem Instrumentalunterricht werden große Erwartungen an die individuelle und gemeinschaftliche Förderung von Schülerinnen und Schülern verbunden. Die Wirkung dieser Programme soll nun im Rahmen einer umfassenden wissenschaftlichen Begleitung evaluiert werden. Dies geschieht im Rahmen einer bundesweiten Kooperation verschiedener Projekte. Eines dieser Projekte ist MEKKA (Musikerziehung, kindliche Kognition und Affekt).

Es wurden schon Längschnittuntersuchungen zu diesem Themenbereich durchgeführt, die zeigen konnten, dass Instrumentallernen einen positiven Einfluss auf kognitive und emotionale Variablen hat. Bastian (2000) beobachtete, dass das Instrumentallernen bei Grundschülern über einen Zeitraum von sechs Jahren sowohl zu Verbesserungen von intrinsisch-musikalischen Kompetenzen als auch - zumindest zeitweilig - zu höheren psychometrischen Werten in bestimmten Bereichen der allgemeinen Intelligenz führte. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass in den Modell-Klassen weniger Kinder sozial ausgegrenzt waren im Vergleich zu Schulklassen ohne den erweiterten Musikunterricht. Die Anordnung der Untersuchung erlaubte es zudem, konfundierende Einflüsse des sozialen Status weitgehend auszuschließen. Weitere empirische Hinweise auf einen positiven Einfluss des Musizierens auf Instrumenten im Kindesalter bietet die Studie von Weber, Spychiger & Patry (1993). Insbesondere erscheint eine leichte Reduktion des Sprach- und Mathematikunterrichts zugunsten der Musik, Schulleistungen in den Kernfächern nicht zu beeinträchtigen. Zugleich heben die Autoren positive Wirkungen des Musizierens im Bereichen des Sozialverhaltens hervor. Gleichwohl erfüllen weder die Studie Bastians (2000) noch die wenigen anderen Untersuchungen mit ähnlichen Fragestellungen die methodischen Anforderungen eines matched-control Designs.